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Yoga-Trends vs. Iyengar-Yoga

Trend: Stuhlyoga

(oder: Warum wir den Stuhl schon kannten, bevor er Trend wurde)

Stuhl-Yoga ist gerade überall.
Magazine, Krankenkassen, Volkshochschulen – der Stuhl hat Karriere gemacht.

Und viele fragen sich:

„Ist das dieses sanfte Yoga für Menschen, die nicht mehr auf die Matte kommen?“

Kurze Antwort aus Iyengar-Sicht:
Nein. Und ja. Und eigentlich ganz anders.

Stuhl-Yoga als Trend

Im Trendverständnis ist Stuhl-Yoga meist:

  • niedrigschwellig

  • bequem

  • sanft

  • möglichst einfach

Das ist nicht falsch.
Aber es ist nur ein Teil der Wahrheit.

Denn der Stuhl ist kein Schonplatz.
Er ist ein präzises Werkzeug.

Der Stuhl im Iyengar-Yoga

Im Iyengar-Yoga wird der Stuhl seit Jahrzehnten eingesetzt –
nicht als Ersatz, sondern als Verstärker.

Er ermöglicht:

  • exakte Ausrichtung

  • differenzierte Arbeit

  • längeres Verweilen

  • mehr Wahrnehmung

  • weniger Kompensation

Und ja:
Das kann anstrengender sein als ohne Stuhl.

Für wen ist Stuhl-Yoga im Iyengar-Yoga?

Für:

  • Menschen mit Beschwerden

  • ältere Übende

  • Anfänger:innen

  • Fortgeschrittene

  • sehr Bewegliche

  • sehr Unbewegliche

Also: für alle.

Der Stuhl passt sich dem Menschen an –
nicht umgekehrt.

Warum der Trend uns nicht überrascht

Wenn heute gesagt wird:

„Stuhl-Yoga ist sicher, sinnvoll und wirksam.“

dann nicken Iyengar-Lehrer:innen meist freundlich.
Denn genau dafür wurde der Stuhl schon immer genutzt.

Der Unterschied liegt nicht im Möbelstück –
sondern in der Art der Anleitung.

Fazit

Stuhl-Yoga ist kein neuer Trend.
Er ist eine neue Verpackung für etwas Bewährtes.

Im Iyengar-Yoga ist der Stuhl:

  • kein Notbehelf

  • kein Altersmarker

  • kein Wellness-Extra

Sondern ein fester Bestandteil einer präzisen, intelligenten Praxis.

Oder kurz gesagt:
Wir haben den Stuhl nicht entdeckt –
wir haben ihn genutzt

Trend: Somatic Yoga

(oder: Wahrnehmung ist kein neues Konzept)

Somatic Yoga ist eines dieser Worte, bei denen man kurz innehalten muss.
Klingt spannend. Klingt tief. Klingt nach Nervensystem und Achtsamkeit.

Und viele fragen:

„Ist das nicht etwas völlig anderes als Iyengar-Yoga?“

Die ehrliche Antwort:
Nein. Aber es wird anders benannt.

Was Somatic Yoga meint

Somatic Yoga legt den Fokus auf:

  • innere Wahrnehmung

  • langsame, bewusste Bewegung

  • das Spüren von innen

  • Regulation statt Leistung

Das Ziel ist nicht die perfekte Form,
sondern das Erleben des Körpers.

Iyengar-Yoga: Wahrnehmung mit Struktur

Im Iyengar-Yoga war Wahrnehmung nie Nebensache.
Sie war nur immer eingebettet in:

  • klare Ausrichtung

  • präzise Anleitung

  • nachvollziehbare Struktur

Oder anders gesagt:
Man spürt nicht irgendetwas,
sondern ganz konkret etwas Bestimmtes.

Verbale Anleitung als somatisches Werkzeug

Im Iyengar-Yoga wird zuerst gesprochen –
damit der Körper selbst reagieren kann.

Das schult:

  • Eigenwahrnehmung

  • Selbstkorrektur

  • Verständnis für Zusammenhänge

Ganz ohne Etikett „somatisch“.
Aber mit Wirkung.

Warum Somatic Yoga als Trend auftaucht

Viele Menschen suchen heute:

  • weniger Push

  • mehr Sicherheit

  • mehr Feinheit

  • mehr Nervensystemfreundlichkeit

Das ist berechtigt.
Und genau deshalb wird etwas benannt,
das im Iyengar-Yoga schon lange gelebt wird.

Der Unterschied

Somatic Yoga arbeitet oft:

  • ohne klare Form

  • ohne langfristigen Aufbau

Iyengar-Yoga verbindet:

  • Wahrnehmung und Struktur

  • Spüren und Ausrichtung

  • Freiheit und Klarheit

Nicht entweder – sondern beides.

Fazit

Somatic Yoga ist kein Gegenentwurf zum Iyengar-Yoga.
Es beschreibt einen Aspekt, der dort schon immer zentral war.

Der Unterschied liegt nicht im Spüren,
sondern darin, wie damit gearbeitet wird.

Oder etwas salopper gesagt:
Iyengar-Yoga ist somatisch –
nur mit Grammatik.

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