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Knie & Hüfte - warum das Knie nie "alleine schuld ist" ...

Viele Menschen kommen ins Yoga, weil das Knie schmerzt.
Und fast immer richtet sich der Blick zuerst genau dorthin: aufs Knie.

Im Iyengar-Yoga schauen wir genauer hin. Denn das Knie ist selten der Ursprung des Problems – es ist meist der Ort, an dem sich etwas anderes bemerkbar macht.

Das Knie: stabil, aber abhängig

Das Kniegelenk ist kein besonders bewegliches Gelenk. Seine Hauptaufgabe ist Stabilität.
Damit das gut funktioniert, ist es darauf angewiesen, dass:

  • die Füße gut geerdet sind

  • die Beine klar ausgerichtet arbeiten

  • die Hüftgelenke beweglich und differenziert genutzt werden

Fehlt diese Zusammenarbeit, landet die Belastung oft dort, wo sie am wenigsten abgefedert werden kann: im Knie.

Die Hüfte – Schlüsselgelenk für gesunde Knie

Die Hüftgelenke sind große, bewegliche Kugelgelenke.
Wenn sie steif, unausgeglichen oder schlecht angebunden sind, weicht der Körper aus – und das Knie muss kompensieren.

Typische Folgen:

  • Druck oder Schmerzen im Knie

  • Instabilität bei Standhaltungen

  • Beschwerden beim Gehen, Treppensteigen oder längeren Sitzen

Warum Iyengar-Yoga hier so wirksam ist

Im Iyengar-Yoga arbeiten wir präzise, systematisch und individuell.
Das bedeutet:

  • klare Ausrichtung der Beine und Füße mit Hilfe unserer Hilfsmittel

  • gezielte Öffnung und Stabilisierung der Hüften

  • bewusster Einsatz von Hilfsmitteln, um das Knie zu schützen und zu entlasten

So kann der Körper lernen, Last wieder sinnvoll zu verteilen, statt einzelne Gelenke zu überfordern.

Iyengar-Yoga ist deshalb besonders geeignet bei:

  • bestehenden Kniebeschwerden

  • nach Verletzungen oder Operationen (in Absprache)

  • zur Vorbeugung und langfristigen Gesunderhaltung

Geduld, Klarheit und Übung

Knieprobleme verschwinden selten über Nacht.
Aber mit regelmäßiger, kluger Praxis lassen sich oft deutliche Verbesserungen erreichen: mehr Stabilität, weniger Schmerz, mehr Vertrauen in den eigenen Körper.

Genau darum geht es im Yoga – nicht um spektakuläre Posen, sondern um nachhaltige Wirkung.

Du hast Fragen oder Themenwünsche?
Ich freue mich über Anregungen für den Blog – sprich mich gern im Unterricht an oder schreib mir.

Vertiefung im Workshop
Am 08.02.2026 widmen wir uns im Workshop Hüfte & Knie drei Stunden lang genau diesem Zusammenspiel – intensiv, klar aufgebaut und mit viel Raum für Fragen.

Yoga bei Nacken- oder Rückenschmerzen

(warum weniger oft mehr ist)

Nacken- und Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Menschen Yoga ausprobieren.
Und oft auch zu den Gründen, warum sie wieder aufhören.

Denn irgendwo zwischen
„Mach dich einfach locker“
und
„Das muss ein bisschen ziehen“
geht etwas Entscheidendes verloren: Orientierung.

Wenn Bewegung nicht automatisch hilft

Viele Menschen denken:

„Ich habe Rückenschmerzen – also brauche ich Bewegung.“

Das stimmt.
Aber leider nicht jede Bewegung. Und nicht jede Art von Yoga.

Denn:

  • Mehr Beweglichkeit löst keine Instabilität

  • Dehnen ersetzt keine Ausrichtung

  • Tempo ist kein Therapieersatz

Manchmal macht gut gemeinte Bewegung Beschwerden sogar hartnäckiger.

Warum Nacken und Rücken so empfindlich reagieren

Nacken und Rücken sind keine Einzelteile.
Sie reagieren auf:

  • Haltung

  • Gewohnheiten

  • Stress

  • Atemmuster

  • Überlastung und Unterforderung zugleich

Oder anders gesagt:
Der Rücken ist oft nicht „kaputt“ – sondern überfordert, schlecht organisiert oder dauerhaft im Alarmmodus.

Was Yoga bei Beschwerden leisten kann

Yoga kann bei Nacken- und Rückenschmerzen sehr wirksam sein –
wenn es bestimmte Kriterien erfüllt:

  • klare Ausrichtung

  • ruhiges Tempo

  • ausreichend Halt

  • bewusste Übergänge

  • Raum für Wahrnehmung

Nicht spektakulär.
Aber nachhaltig.

Warum „sanft“ nicht automatisch sicher ist

Ein häufiger Irrtum:

„Ich mache ganz sanftes Yoga, da kann nichts passieren.“

Doch auch sanfte Bewegungen können:

  • Strukturen überdehnen

  • Instabilität verstärken

  • Schmerz verlagern statt lösen

Sicherheit entsteht nicht durch Langsamkeit allein,
sondern durch Verständnis für den eigenen Körper.

Iyengar-Yoga bei Nacken- und Rückenschmerzen

Im Iyengar-Yoga wird nicht versucht, Schmerzen „wegzumachen“.
Stattdessen wird gefragt:

  • Wo fehlt Stabilität?

  • Wo wird unnötig gehalten?

  • Wo fehlt Orientierung im Körper?

Durch:

  • präzise Anleitung

  • gezielte Ausrichtung

  • sinnvollen Einsatz von Hilfsmitteln

entsteht eine Praxis, die:

  • entlastet

  • ordnet

  • Vertrauen aufbaut

Und vor allem: nicht überfordert.

Geduld schlägt Ehrgeiz

Rücken und Nacken reagieren selten sofort.
Sie mögen:

  • Regelmäßigkeit

  • Wiederholung

  • Klarheit

  • Pausen

Yoga wirkt hier nicht wie ein Schmerzmittel,
sondern eher wie ein gutes Gespräch:
Es braucht Zeit – aber es verändert etwas.

Fazit

Yoga kann bei Nacken- und Rückenschmerzen sehr hilfreich sein.
Nicht, weil es „alles heilt“, sondern weil es lehrt,

  • genauer hinzuspüren

  • sinnvoll zu bewegen

  • Grenzen ernst zu nehmen

Oder etwas alltagstauglicher gesagt:
Guter Yogaunterricht macht den Rücken nicht mutig –
sondern klüger.

Ist Yoga bei Arthrose sinnvoll?

Viele Menschen mit Arthrose stehen vor einem Dilemma:
Bewegung soll helfen – aber Bewegung tut auch weh.
Und irgendwo dazwischen liegt die Frage: Ist Yoga bei Arthrose sinnvoll oder eher riskant?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wie geübt wird.

Arthrose ist nicht gleich Stillstand

Arthrose bedeutet nicht, dass Gelenke „geschont“ werden müssen, indem man sie möglichst wenig bewegt.
Im Gegenteil: angepasste Bewegung kann helfen,

  • Gelenke besser zu versorgen

  • Muskulatur aufzubauen

  • Beweglichkeit zu erhalten

  • Schmerzen langfristig zu reduzieren

Aber: Arthrose verzeiht keine Beliebigkeit.

Warum nicht jede Yogaform geeignet ist

Problematisch wird Yoga bei Arthrose, wenn:

  • stark gedehnt wird

  • Druck auf schmerzende Gelenke entsteht

  • Tempo wichtiger ist als Ausrichtung

  • Schmerzen ignoriert oder „weggeatmet“ werden

Arthrotische Gelenke brauchen Führung, Stabilität und Dosierung – nicht Ehrgeiz.

Wie Iyengar-Yoga bei Arthrose unterstützt

Im Iyengar-Yoga wird nicht versucht, Gelenke maximal zu bewegen,
sondern sinnvoll zu organisieren.

Das bedeutet:

  • klare Ausrichtung

  • gezielte Entlastung

  • Aufbau von stabilisierender Muskulatur

  • bewusste Pausen

  • individuelle Anpassung

So kann Bewegung möglich werden, ohne das Gelenk weiter zu reizen.

Wichtig zu wissen

Yoga ersetzt keine medizinische Behandlung.
Aber es kann helfen, mit Arthrose beweglich, stabil und handlungsfähig zu bleiben –
wenn achtsam und kompetent unterrichtet wird.

Fazit

Yoga kann bei Arthrose sinnvoll sein.
Nicht als Allheilmittel – sondern als durchdachte Bewegungsform,
die den Körper ernst nimmt, statt ihn zu überfordern.

Wie Iyengar-Yoga Sicherheit schafft.

Warum Klarheit oft wichtiger ist als Mut

Viele Menschen kommen zum Yoga mit einer Mischung aus Hoffnung und Unsicherheit:
„Ich möchte etwas für mich tun – aber ich habe Angst, mir zu schaden.“

Diese Sorge ist berechtigt.
Denn Sicherheit entsteht im Yoga nicht automatisch.

Sicherheit ist kein Zufall

Sicherheit bedeutet nicht:

  • besonders sanft

  • besonders langsam

  • oder möglichst wenig Bewegung

Sicherheit entsteht durch:

  • klare Anleitung

  • verständliche Ausrichtung

  • sinnvolle Struktur

  • nachvollziehbare Schritte

Und genau hier liegt eine Stärke des Iyengar-Yoga.

Die Rolle der präzisen Anleitung

Im Iyengar-Yoga wird viel erklärt – und das hat einen Grund.
Verbale Anleitung hilft,

  • den Körper von innen wahrzunehmen

  • Orientierung zu finden

  • Überforderung zu vermeiden

Der Übende bleibt aktiv beteiligt und versteht, was er tut und warum.

Struktur gibt Halt – auch dem Nervensystem

Ein strukturierter Unterricht:

  • schafft Vorhersehbarkeit

  • reduziert Stress

  • vermittelt Sicherheit

Gerade für Menschen mit Beschwerden, Unsicherheiten oder wenig Yoga-Erfahrung ist das entscheidend.

Hilfsmittel als Sicherheitsfaktor

Hilfsmittel werden nicht eingesetzt, um etwas „leichter“ zu machen,
sondern um Überlastung zu vermeiden und Ausrichtung zu ermöglichen.

Sie geben Halt, Feedback und Orientierung –
und machen Yoga dadurch zugänglich und kontrollierbar.

Fazit

Iyengar-Yoga schafft Sicherheit nicht durch Vorsicht allein,
sondern durch Verständnis, Struktur und Klarheit.

Oder anders gesagt:
Man fühlt sich nicht sicher, weil nichts passiert –
sondern weil man weiß, was man tut.

Wann Yoga nicht hilft.

Und warum das eine wichtige Erkenntnis ist.

Yoga wird oft als Lösung für alles dargestellt:
Stress, Schmerzen, Schlafprobleme, Unruhe, Erschöpfung.

Das ist gut gemeint – aber nicht ehrlich.

Denn: Yoga hilft nicht immer.
Und genau das macht guten Yogaunterricht glaubwürdig.

Yoga hilft nicht, wenn…

Yoga ist wenig hilfreich, wenn:

  • Schmerzen ignoriert werden

  • Beschwerden „weggeübt“ werden sollen

  • Ehrgeiz wichtiger ist als Wahrnehmung

  • Unterricht unklar oder unspezifisch ist

In solchen Fällen kann Yoga sogar kontraproduktiv sein.

Yoga ersetzt keine Diagnose

Yoga ist keine Therapie im medizinischen Sinne.
Bei akuten, unklaren oder starken Beschwerden braucht es:

  • ärztliche Abklärung

  • manchmal Physiotherapie

  • manchmal einfach Ruhe

Yoga kann begleiten – aber nicht alles auffangen.

Auch Motivation spielt eine Rolle

Yoga wirkt nicht gut, wenn:

  • jemand sich permanent überfordert fühlt

  • Angst oder Druck dominiert

  • der eigene Körper als „Problem“ erlebt wird

Dann braucht es zuerst Sicherheit, Orientierung und Vertrauen –
nicht mehr Übungen.

Warum diese Grenze Vertrauen schafft

Ein Yogaunterricht, der sagt:

„Hier ist Yoga gerade nicht das Richtige.“

ist kein schwacher Unterricht.
Er ist verantwortungsvoll.

Denn er stellt das Wohl des Menschen über das Konzept.

Fazit

Yoga ist ein wirksames Werkzeug –
aber kein Allheilmittel.

Zu wissen, wann Yoga nicht hilft,
ist oft der erste Schritt, damit es später wieder sinnvoll helfen kann.

Yoga im Alltag

(oder: Warum der Baum nicht auf der Matte wächst)

Viele stellen sich Yoga ungefähr so vor:
ruhiger Raum, perfekte Matte, volle Konzentration, tiefe Atmung, Erleuchtung nach 90 Minuten.

Der Alltag hingegen stellt Yoga eher so bereit:
schlechter Schlaf, Kaffee im Stehen, E-Mails, Nacken, Gedanken, wieder Kaffee.

Die gute Nachricht:
Yoga findet trotzdem statt.

Yoga beginnt selten auf der Matte

Im Alltag passiert Yoga meist:

  • zwischen zwei Terminen

  • im Stau

  • an der Supermarktkasse

  • oder beim Versuch, die Socke anzuziehen, ohne umzufallen

Nicht glamourös.
Aber sehr real.

Und oft deutlich ehrlicher als jede perfekte Haltung.

Die erste Alltags-Asana: Atmen

Yoga im Alltag heißt nicht, ständig still und entspannt zu sein.
Es heißt eher:

  • merken, dass man den Atem anhält

  • ihn wieder freizugeben

  • und dabei nicht sofort alles lösen zu wollen

Manchmal ist das größte yogische Ereignis des Tages:
ein bewusstes Ausatmen vor dem Antworten.

Balance ist, wenn man trotzdem wackelt

Auf der Matte wissen wir:
Wackeln gehört dazu.

Im Alltag vergessen wir das gern.
Da soll bitte alles:

  • stabil

  • souverän

  • effizient

  • und möglichst kontrolliert sein

Yoga im Alltag erlaubt etwas anderes:
Balance mit Bewegung.
Oder schlicht: nicht gleich nervös werden, wenn es kurz unsicher ist.

Dehnen im Alltag – unterschätzt, aber wirksam

Yoga im Alltag heißt auch:

  • Schultern senken, während man wartet

  • Kiefer lösen, während man zuhört

  • Füße spüren, während man steht

Keine Pose bekommt dafür einen Namen.
Aber der Körper bedankt sich trotzdem.

Konzentration ist kein Dauerzustand

Wer glaubt, Yoga mache dauerhaft ruhig, war noch nie im Alltag.

Yoga im Alltag heißt:

  • abschweifen merken

  • zurückkommen

  • wieder abschweifen

  • erneut zurückkommen

Das ist keine Schwäche.
Das ist Übung.

Yoga ohne Performance

Im Alltag sieht niemand, wie gut du atmest.
Niemand bewertet deine Ausrichtung.
Niemand klatscht für innere Aufrichtung.

Und genau deshalb ist Yoga im Alltag oft das ehrlichste Yoga überhaupt.

Fazit

Yoga im Alltag ist:

  • kein Extra

  • keine zusätzliche Aufgabe

  • kein Optimierungsprojekt

Es ist eher eine leise Haltung gegenüber dem, was ohnehin passiert.

Oder etwas alltagstauglicher gesagt:
Yoga im Alltag heißt nicht, alles im Griff zu haben.
Sondern sich selbst nicht ständig aus dem Blick zu verlieren.

Und das reicht fürs Erste völlig aus 😉

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